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Obermüller – Biografie der Schweizer Journalistin und Moderatorin

George Thomas Thompson Bennett • 2026-04-16 • Gepruft von Sofia Wagner

Klara Obermüller gehört zu den profiliertesten Stimmen des Schweizer Kulturjournalismus. Seit über fünf Jahrzehnten prägt die am 11. April 1940 in St. Gallen geborene Publizistin den Diskurs in Medien, Literatur und Fernsehen. Ihr Name ist untrennbar mit der Sendung Sternstunde Philosophie verbunden, doch auch ihr Engagement für akademische Integrität sorgte international für Aufmerksamkeit.

Von ihrer Arbeit im Feuilleton namhafter Zeitungen bis zur Moderation philosophischer Formate – Obermüller hat sich als vielseitige Intellektuelle etabliert. Mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter der Ehrendoktorat der Universität Zürich und der Zürcher Journalistenpreis, wurde ihr Wirken vielfach gewürdigt.

Im Mittelpunkt öffentlicher Debatten stand sie auch durch den Plagiatsfall Guttenberg, der 2011 internationale Wellen schlug. Heute lebt die 86-Jährige mit ihrem Ehemann Kurt Studhalter in Männedorf und ist weiterhin als Referentin und Publizistin tätig.

Wer ist Klara Obermüller? Steckbrief und wichtigste Fakten

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Name
Klara Studhalter-Obermüller

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Geburtsdatum
11. April 1940

🎓
Beruf
Journalistin, Schriftstellerin, Fernsehmoderatorin

📍
Wohnort
Männedorf, Schweiz

Key Insights

Klara Obermüller wurde als einziges adoptiertes Kind in St. Gallen geboren und wuchs in Zürich-Wollishofen auf. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Geschichtswissenschaft in Zürich, Hamburg und Paris und promovierte zur Dr. phil. mit einer Arbeit über Melancholie in der deutschen Barocklyrik.

Merkmal Details
Geburtsort St. Gallen, Schweiz
Alter 86 Jahre (Stand 2025)
Familienstand Verheiratet mit Kurt Studhalter (katholischer Theologe)
Akademischer Grad Dr. phil.
Frühere Ehen Peter Obermüller, Walter Matthias Diggelmann
Bekannteste Sendung Sternstunde Philosophie (bis 2002)
Gesellschaftliches Engagement Erste Präsidentin der Gesellschaft Schweiz – DDR (1970er)

Journalistische und akademische Laufbahn

Ihre journalistische Laufbahn begann Klara Obermüller im Feuilleton angesehener Publikationen. Bei der Neuen Zürcher Zeitung, der Weltwoche und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verfasste sie Kulturkritiken und Essays. Auch bei der Kunst- und Kulturzeitschrift du war sie tätig.

Parallel zu ihrer journalistischen Arbeit veröffentlichte Obermüller zahlreiche Bücher. Ihre Dissertation Studien zur Melancholie in der deutschen Lyrik des Barock (1974) legte den Grundstein für ihre literaturwissenschaftliche Expertise. Es folgten Romane wie Nebel über dem Ried (1978) und Gaby S. (1979), aber auch Sachbücher wie Zuhause sterben (1981).

Fernsehmoderation und literarische Würdigung

Einen grossen Teil ihrer Bekanntheit verdankt Obermüller ihrer Tätigkeit beim Schweizer Fernsehen. 1989 trat sie als Marina Abramović und andere Persönlichkeiten im Literarischen Quartett in Erscheinung, wo sie Jürgen Busche ablöste. Bis zu ihrer Pensionierung 2002 moderierte sie die renommierte Sendung Sternstunde Philosophie.

Ihre Gesprächsführung und ihr Gespür für philosophische Themen machten die Sendung zu einem Flaggschiff des Schweizer Kulturfernsehens. Nach ihrer Pensionierung blieb Obermüller als freie Publizistin, Moderatorin und Referentin aktiv.

Auszeichnungen und Anerkennung

Die Vielseitigkeit und Qualität von Obermüllers Arbeit spiegelt sich in den zahlreichen Auszeichnungen wider, die sie im Laufe ihrer Karriere erhielt. Bereits 1980 ehrte sie der Kanton Zürich mit einer Ehrengabe. Der Paul-Haupt-Preis für Literaturkritik folgte 1991.

1992 erhielt sie den Journalistenpreis der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) gemeinsam mit der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS). Dieser Preis unterstrich ihr Engagement für gesellschaftliche Verantwortung.

Höchste akademische und kulturelle Würdigungen

Die höchste Anerkennung kam 2010: Die Theologische Fakultät der Universität Zürich verlieh Obermüller den Ehrendoktorat. Damit wurde ihr interdisziplinäres Wirken zwischen Kultur, Philosophie und Gesellschaft gewürdigt.

2019 erhielt sie den Zürcher Journalistenpreis für ihr Gesamtwerk – eine Anerkennung ihrer jahrzehntelangen Beiträge zum Qualitätsjournalismus. Ein Jahr später, 2020, ehrte sie die Stadt Zürich für besondere kulturelle Verdienste.

Der Plagiatsfall Guttenberg: Kontroverse um akademische Integrität

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Obermüller durch ihren konsequenten Einsatz für akademische Integrität. Der deutsche Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte 2003 Textpassagen aus einem Leitartikel, den Obermüller für die NZZ am Sonntag verfasst hatte, ohne Quellenangabe in seine Dissertation übernommen.

Die Angelegenheit wurde 2011 öffentlich, als das Ausmass der Plagiate in Guttenbergs Doktorarbeit offenkundig wurde. Im März 2011 entschuldigte sich der deutsche Minister schriftlich bei Obermüller – ein seltenes Eingeständnis in solchen Fällen.

Chronologie des Falls

Im April 2011 ging Obermüller noch einen Schritt weiter und kritisierte öffentlich Guttenbergs Versuche, die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse der universitären Kommission zu verhindern. Ihr Auftreten in dieser Causa machte sie zu einer Symbolfigur im Kampf gegen wissenschaftlichen Betrug.

Wichtige Stationen im Leben von Klara Obermüller


  1. Geburt in St. Gallen

  2. Studium in Zürich, Hamburg und Paris – Germanistik, Romanistik, Geschichtswissenschaft

  3. Promotion zum Dr. phil. – Dissertation zur Melancholie in der Barocklyrik

  4. Buchveröffentlichung DDR – Gemeinsam mit Walter Matthias Diggelmann

  5. Erste Präsidentin der Gesellschaft Schweiz – DDR

  6. Literarisches Quartett – Ablösung von Jürgen Busche

  7. Paul-Haupt-Preis für Literaturkritik

  8. Pensionierung beim Schweizer Fernsehen

  9. Leitartikel in der NZZ am Sonntag – später von Guttenberg plagiiert

  10. Ehrendoktorat der Theologischen Fakultät Zürich

  11. Zürcher Journalistenpreis fürs Gesamtwerk

  12. Auszeichnung der Stadt Zürich für kulturelle Verdienste

Gesicherte Fakten und offene Fragen

Gesicherte Informationen Weniger dokumentierte Aspekte
Geburtsdatum und -ort (11. April 1940, St. Gallen) Genauere Umstände der Adoption
Akademischer Werdegang und Dissertationsthema Details zur Promotion und Betreuung
Hauptwerke und Karrierestationen Rezeption einzelner Publikationen
Alle Auszeichnungen und Ehrungen Private Korrespondenz oder unveröffentlichte Manuskripte
Eheschliessungen und aktueller Wohnort (Männedorf) Genauere Inhalte der Sendungen in Sternstunde Philosophie
Chronologie des Plagiatsfalls Guttenberg Etwaige weitere vergleichbare Fälle

Bedeutung für den Schweizer Kulturjournalismus

Klara Obermüller verkörpert einen Typus des intellektuellen Publizisten, der im deutschsprachigen Raum seltener wird. Ihre Verbindung von literaturwissenschaftlicher Fundierung, journalistischer Schärfe und fernsehtechnischer Kompetenz macht sie zu einer Ausnahmeerscheinung.

Als erste Präsidentin der Gesellschaft Schweiz – DDR in den 1970er Jahren engagierte sie sich zudem politisch, wenn auch der DDR-Kontakt in der Rückschau kritisch betrachtet wird. Dieses Engagement zeigt jedoch ihr Interesse an gesellschaftlichen Fragen jenseits der reinen Kulturberichterstattung.

Die Verleihung des Ehrendoktorats 2010 durch die Theologische Fakultät der Universität Zürich unterstreicht, dass ihr Wirken über den Tag hinausreicht. Sie verbindet akademische Tiefe mit öffentlicher Wirkung – eine Kombination, die im zeitgenössischen Medienbetrieb zunehmend unter Druck gerät.

Publikationen und literarisches Schaffen

„Ihre Romane und Sachbücher zeugen von einem scharfen Beobachtungsblick für gesellschaftliche Zustände.”

– Zürcher Journalistenpreis Jury 2019

Obermüllers literarisches Werk umfasst sowohl wissenschaftliche Arbeiten als auch Belletristik. Ihre Dissertation Studien zur Melancholie in der deutschen Lyrik des Barock (1974) gilt als pionierhaft für die deutschsprachige Barockforschung.

In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren erschienen mehrere Romane, darunter Nebel über dem Ried (1978) und Gaby S. (1979). Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Walter Matthias Diggelmann verfasste sie DDR (1977), ein Werk, das die Beziehungen zwischen der Schweiz und der DDR beleuchtete.

Zusammenfassung: Klara Obermüllers Vermächtnis

Klara Obermüller bleibt eine der prägenden Figuren des Schweizer Kulturjournalismus. Ihre Karriere erstreckt sich über mehr als fünf Jahrzehnte und umfasst journalistische Arbeiten für führende Publikationen, literarisches Schaffen, akademische Anerkennung und öffentliche Debatten.

Ihr konsequentes Auftreten im Plagiatsfall Guttenberg sicherte ihr über die Landesgrenzen hinaus Respekt und zeigt, dass sie ihre Überzeugungen auch gegen mächtige Gegner vertritt. Mit dem Zürcher Journalistenpreis und der Auszeichnung der Stadt Zürich wurde ihr Lebenswerk zuletzt gewürdigt.

Im Alter von 86 Jahren lebt sie mit ihrem Ehemann Kurt Studhalter in Männedorf und ist weiterhin als Referentin tätig. Wie Sebastian Bezzel und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zeigt sie, dass geistige Präsenz und Schaffenskraft nicht an ein bestimmtes Alter gebunden sind.

Häufig gestellte Fragen

Wann wurde Klara Obermüller geboren?

Klara Obermüller wurde am 11. April 1940 in St. Gallen geboren.

Was ist Klara Obermüllers vollständiger Name?

Ihr vollständiger Name lautet Klara Studhalter-Obermüller.

Welche Ausbildung hat Klara Obermüller?

Sie studierte Germanistik, Romanistik und Geschichtswissenschaft in Zürich, Hamburg und Paris und promovierte zur Dr. phil.

Wo moderierte Klara Obermüller?

Sie moderierte bis 2002 die Sendung Sternstunde Philosophie beim Schweizer Fernsehen.

Was war der Plagiatsfall Guttenberg?

Der deutsche Minister Karl-Theodor zu Guttenberg plagierte 2003 Textpassagen aus Obermüllers Leitartikel ohne Quellenangabe. Er entschuldigte sich 2011 schriftlich bei ihr.

Welche Auszeichnungen hat Klara Obermüller erhalten?

Zu ihren Auszeichnungen gehören die Ehrengabe des Kantons Zürich (1980), der Paul-Haupt-Preis (1991), der Ehrendoktorat der Universität Zürich (2010) und der Zürcher Journalistenpreis (2019).

Wo lebt Klara Obermüller heute?

Sie lebt mit ihrem Ehemann Kurt Studhalter in Männedorf am Zürichsee.

Welche Bücher hat Klara Obermüller geschrieben?

Sie veröffentlichte unter anderem «Studien zur Melancholie in der deutschen Lyrik des Barock» (1974), «Nebel über dem Ried» (1978) und «Gaby S.» (1979).

George Thomas Thompson Bennett

Uber den Autor

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