
Bundestagswahl 2017: Ergebnisse, Koalitionen und Folgen
Manche Wahlen bleiben im kollektiven Gedächtnis, weil sie die politische Landkarte neu zeichnen. Die Bundestagswahl 2017 war so ein Moment: Zum ersten Mal zog die AfD in den Bundestag ein und veränderte das Kräfteverhältnis nachhaltig. Mit einer Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent gingen die Wähler am 24. September 2017 an die Urnen – und die etablierten Parteien erlebten ein politisches Erdbeben.
Wahltag: 24. September 2017 ·
Wahlbeteiligung: 76,2 % ·
Stärkste Partei (Zweitstimmen): CDU/CSU – 32,9 % ·
Sitze im Bundestag gesamt: 709 ·
Erstmals im Bundestag: AfD – 94 Sitze
Kurzüberblick
- CDU/CSU wurde mit 32,9 % stärkste Kraft (Die Bundeswahlleiterin)
- AfD erreichte 12,6 % der Zweitstimmen (Die Bundeswahlleiterin)
- SPD erhielt 20,5 % der Zweitstimmen (bpb (Bundeszentrale für politische Bildung))
- Exakte Zusammensetzung der Wählergruppen für jede Partei (abhängig von Umfragedaten)
- Langfristige Auswirkungen des AfD-Einzugs auf das politische System (noch nicht abschließend erforscht)
- Wahltag: 24. September 2017 (Die Bundeswahlleiterin)
- Jamaika-Sondierungen gescheitert: 19. November 2017 (tagesschau (ARD-Nachrichten))
- Vereidigung Kabinett Merkel IV: 14. März 2018 (Deutscher Bundestag)
- Große Koalition unter Angela Merkel gebildet (bpb (Bundeszentrale für politische Bildung))
- AfD als drittstärkste Kraft im Bundestag etabliert (bpb (Bundeszentrale für politische Bildung))
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen der Wahl zusammen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Wahldatum | 24. September 2017 |
| Wahlberechtigte | 61,7 Millionen |
| Wahlbeteiligung | 76,2 % |
| Stärkste Partei (Zweitstimmen) | CDU/CSU – 32,9 % |
| Sitze gesamt | 709 |
| Regierungsbildung | Große Koalition, vereidigt 14. März 2018 |
Das Muster: Die Union blieb zwar stärkste Kraft, verlor aber massiv an Zustimmung – ein Vorbote der schwierigen Regierungsbildung.
Welche Partei gewann die Bundestagswahl 2017?
Ergebnis der Zweitstimmen
- CDU/CSU – 32,9 % (Die Bundeswahlleiterin)
- SPD – 20,5 % (bpb (Bundeszentrale für politische Bildung))
- AfD – 12,6 % (Die Bundeswahlleiterin)
- FDP – 10,7 %
- Linke – 9,2 %
- Grüne – 8,9 % (Wikipedia)
Sitzverteilung im 19. Deutschen Bundestag
Die 709 Sitze verteilten sich wie folgt: CDU/CSU 246 Sitze, SPD 153 Sitze, AfD 94 Sitze, FDP 80 Sitze, Linke 69 Sitze, Grüne 67 Sitze. (Deutscher Bundestag)
Der Einzug der AfD mit 94 Sitzen bedeutete einen historischen Einschnitt: Erstmals saß eine rechtspopulistische Fraktion im Parlament. Die Union blieb zwar stärkste Kraft, verlor aber deutlich an Zuspruch.
Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017?
Vergleich der Wahlbeteiligung mit 2013
Die Wahlbeteiligung stieg von 71,5 % im Jahr 2013 auf 76,2 % im Jahr 2017 – ein Anstieg um knapp 5 Prozentpunkte. (Die Bundeswahlleiterin) Das war die höchste Beteiligung seit der Wiedervereinigung 1990.
Die gestiegene Beteiligung wird oft auf die Polarisierung durch die Flüchtlingskrise und den Aufstieg der AfD zurückgeführt.
Das Muster: Je kontroverser die Wahl, desto mehr Bürger fühlen sich zum Urnengang motiviert – ein Zeichen, dass politische Spaltung auch Mobilisierung bedeuten kann.
Warum zog die AfD in den Bundestag ein?
Wählergruppen der AfD
- Die AfD übersprang die 5%-Hürde mit 12,6 % der Zweitstimmen (Die Bundeswahlleiterin)
- Besonders stark war die Partei in ostdeutschen Bundesländern, wo sie teilweise über 20 % erreichte (Wikipedia)
Einfluss der Flüchtlingskrise
Die Flüchtlingskrise 2015 war das dominierende Thema im Wahlkampf 2017. Die AfD profitierte von Unzufriedenheit mit der Migrationspolitik der Bundesregierung und dem Gefühl, von der etablierten Politik nicht gehört zu werden. (bpb (Bundeszentrale für politische Bildung))
Welche Koalitionen waren nach der Bundestagswahl 2017 möglich?
Jamaika-Koalition (CDU/FDP/Grüne)
Nach der Wahl fanden Sondierungsgespräche für ein Jamaika-Bündnis statt. Die FDP brach diese am 19. November 2017 ab, sodass die Verhandlungen scheiterten. (tagesschau (ARD-Nachrichten))
Große Koalition (CDU/SPD)
Im Januar 2018 einigten sich CDU/CSU und SPD auf eine Neuauflage der Großen Koalition. Das Kabinett Merkel IV wurde am 14. März 2018 vereidigt. (Deutscher Bundestag)
Die Regierungsbildung dauerte 171 Tage – die längste in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Preis: Die SPD musste einen massiven Imageverlust hinnehmen, und die Große Koalition galt von Beginn an als instabil.
Wie unterschied sich das Ergebnis 2017 von 2013?
Ein direkter Vergleich der Zweitstimmenanteile zeigt die dramatischen Verschiebungen:
| Partei | 2013 (%) | 2017 (%) | Veränderung (PP) |
|---|---|---|---|
| CDU/CSU | 41,5 | 32,9 | −8,6 |
| SPD | 25,7 | 20,5 | −5,2 |
| AfD | 4,7 | 12,6 | +7,9 |
| FDP | 4,8 | 10,7 | +5,9 |
| Linke | 8,6 | 9,2 | +0,6 |
| Grüne | 8,4 | 8,9 | +0,5 |
Die Implikation: Die einst dominierenden Volksparteien schrumpften, während die Ränder erstarkten – ein Trend, der die politische Landschaft nachhaltig veränderte.
Stimmenverluste der Union und SPD
Die CDU/CSU verlor 8,6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013 (von 41,5 % auf 32,9 %). Die SPD büßte 5,2 Prozentpunkte ein (von 25,7 % auf 20,5 %). (Die Bundeswahlleiterin)
Zugewinne von AfD und FDP
Die AfD steigerte sich von 4,7 % (2013) auf 12,6 % (2017). Die FDP kehrte nach ihrem Ausscheiden 2013 (4,8 %) mit 10,7 % zurück. (tagesschau (ARD-Nachrichten))
Der Trend: Die Volksparteien schrumpften, während die Ränder erstarkten. 2013 hatten CDU und SPD gemeinsam 67,2 % der Stimmen, 2017 nur noch 53,4 % – ein Verlust von fast 14 Punkten.
Die Wählerwanderung weg von Union und SPD hin zu AfD und FDP zeigt eine zunehmende Fragmentierung des Parteiensystems. Die einst dominierenden Volksparteien müssen sich auf eine neue Normalität einstellen: Regierungsbildung wird zur Geduldsprobe.
Zeitleiste der Bundestagswahl 2017 und Folgen
- – Wahl zum 19. Deutschen Bundestag
- – Sondierungsgespräche für Jamaika-Koalition
- – FDP bricht Sondierungen ab – Jamaika gescheitert
- – Verhandlungen zur Großen Koalition
- – Vereidigung des Kabinetts Merkel IV
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Wahlergebnis am 24.09.2017 mit genauen Prozentangaben (Quelle: Die Bundeswahlleiterin)
- AfD erzielte 12,6 % der Zweitstimmen (Quelle: Die Bundeswahlleiterin)
- Große Koalition wurde gebildet (Quelle: Deutscher Bundestag)
- Wahlbeteiligung betrug 76,2 % (Quelle: Die Bundeswahlleiterin)
Was unklar ist
- Exakte Zusammensetzung der Wählergruppen für jede Partei (Abhängigkeit von Umfragedaten)
- Langfristige Auswirkungen des AfD-Einzugs auf das politische System (noch nicht abschließend erforscht)
„Das amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2017 steht fest. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,2 Prozent.“
– Die Bundeswahlleiterin, Pressekonferenz am 12. Oktober 2017 (Die Bundeswahlleiterin)
„Wir werden die Bundesregierung jagen. Wir werden ihnen zeigen, dass der Wählerwille sich durchsetzt.“
– Alexander Gauland (AfD), Rede im Bundestag am 24. Oktober 2017 (tagesschau (ARD-Nachrichten))
Die Zitate stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Die Aussage von Gauland ist ein Beispiel für den scharfen Ton, den die AfD von Beginn an im Bundestag pflegte.
Die Bundestagswahl 2017 war eine Zäsur: Die politische Mitte verlor an Boden, der Rechtsruck war nicht mehr zu übersehen. Für die deutsche Demokratie bedeutet der Einzug der AfD eine dauerhafte Herausforderung – die etablierten Parteien müssen sich fragen, wie sie Wähler zurückgewinnen, die sich abgehängt fühlen, sonst riskieren sie, dass die Fragmentierung weiter zunimmt.
diw.de, bundeswahlleiterin.de, bundeswahlleiterin.de, hdg.de, youtube.com, bundeswahlleiterin.de, boell.de
Während die Bundestagswahl 2017 klare Mehrheiten brachte, zeigen aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl aktuelle Sonntagsfragen ein völlig anderes Stimmungsbild.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Stimmen bekam die AfD bei der Bundestagswahl 2017?
Die AfD erhielt 5.317.499 Zweitstimmen, was 12,6 % entsprach. (Die Bundeswahlleiterin)
Welche Parteien scheiterten an der 5%-Hürde 2017?
Keine der im Bundestag vertretenen Parteien scheiterte an der Hürde. Kleinparteien wie die Piraten oder die NPD blieben unter 5 %. (Wikipedia)
Wie lange dauerte die Regierungsbildung nach der Wahl 2017 genau?
171 Tage – vom Wahltag am 24. September 2017 bis zur Vereidigung des Kabinetts Merkel IV am 14. März 2018. Das war die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. (Deutscher Bundestag)
Welche Rolle spielte die FDP bei den Koalitionsverhandlungen?
Die FDP war an den Sondierungen für eine Jamaika-Koalition beteiligt, brach diese jedoch am 19. November 2017 ab. Parteichef Christian Lindner begründete den Schritt mit unüberbrückbaren Differenzen in der Migrations- und Energiepolitik. (tagesschau (ARD-Nachrichten))
Wer war der Spitzenkandidat der SPD 2017?
Martin Schulz, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, führte die SPD in den Wahlkampf. (Wikipedia)
Welche Bundesländer wählten besonders stark die AfD?
Die AfD erzielte in Ostdeutschland die höchsten Ergebnisse, z. B. in Sachsen mit 27,0 %, in Thüringen mit 22,7 % und in Brandenburg mit 20,2 %. (Wikipedia)
Wie viele Überhangmandate gab es 2017?
Es gab 46 Überhangmandate, die durch die Sitzkontingente der Länder entstanden. Der Bundestag wuchs dadurch auf 709 Sitze an. (Deutscher Bundestag)
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